DESASTRÖS Elbdiven nach 19:30-Pleite vor dem Abstieg

Von Olaf Lüttke
Lauenburg. In den letzten Minuten der Oberligapartie gegen die lauenburger SV gab es in der Halle an der Budapester Straße kein Halten mehr. Aus 300 Kehlen erklang "Welcome to the hell of St.Pauli". Die Ersatzspielerinnen des FC St.Pauli standen auf ihrer Bank und klatschten rythmisch mit. Und auf dem Feld grinsten die Kiezhandballerinnen bis über beide Ohren. Nur in den Gesichtern der Elbdiven spiegelte sich das blanke Entsetzen wider. Die Lauenburgerinnen hatten unweit der Reeperbahn ihre ganz persönliche Handball-Hölle erlebt. Nicht nur, dass das Abstiegsduell gegen St.Pauli mit 19:30 verloren ging und die Mannschaft auf einen Abstiegsplatz abrutschte. Auch im direkten Vergleich liegt die LSV nun hinten (Hinspiel 35:26).

Kein Wunder, dass der scheidende Trainer Rolf Ahrenbog nach dem Schlusspfiff von einem "Offenbarungseid" seiner Mannschaft sprach. Die Partie hatte schon schlecht für die Gäste begonnen. Lena Mehrkens verwarf gleich den ersten Siebenmeter (3.). Lediglich vier von neun Strafwürfen für die LSV sollten ihr Ziel finden - ein miserable Quote. Während bei den Lauenburgerinnen nur Sarah Lemmermann und Lena Mehrkens Verantwortung übernahmen, präsentierte sich St. Pauli als Einheit.
Über 7:4 (17.) setzten sich die Handballerinnen vom Kiez zur Pause bis auf 13:6 ab. Zwischen der 20. und 32. Minute blieben die Elbdiven sogar ohne einen einzigen Treffer. Als die Gastgeberinnen ihre Führung auf 21:12 ausgebaut hatten (48.). ging es für die LSV nur noch darum, zumindest den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Aber auch das ging bekanntlich nach hinten los.
Dennoch bleibt nach neun Jahren in der Oberliga noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt. Die Lauenburgerinnen müssen am Sonnabend ihr Heimspiel gegen den TSV Ellerbek gewinnen (16 Uhr, Schulstraße), der FC St.Pauli beim THW Kiel verlieren. Doch daran scheinen nur noch wenige zu glauben. "Dann soll es eben so sein", sagte Markus Reich, der Chef der LSV-Handballer, noch sichtlich mitgenommen vom desaströsen Auftritt seiner Mannschaft.
Und vielleicht wäre der Abstieg nicht das Schlimmste. Denn neben Trainer Ahrenbog werden auch Franziska Hahn, Sabine Krüger (beide gesundheitliche Probleme), Maren Knakowski (beruflich), Juliane Koch (zieht nach Flensburg) und Jacqueline Heins (private Gründe) die Elbdiven verlassen. Die Zeichen stehen auf Neuaufbau.
LSV-Tore: Lemmermann (5/3), L.Mehrkens (4/1), Hahn, Koch (je 3), Knakowski (2), Heins, Manthey (je 1).

 

Quelle: Bergedorfer Zeitung